Machen ist wie wollen - nur krasser! Quiet Quitting aus Sicht der Gen Z.

Aktualisiert: 7. Okt.

Quiet Quitting findet aktuell in jedem 2. Post hier auf LinkedIn statt. Entsprungen ist dieser Trend

auf TikTok. Vertreter:innen der Gen Z rufen sich gegenseitig dazu auf der Hustleculture zu entfliehen und nicht mehr die extra Meile zu gehen. Anstelle die Gen Z als faul und nicht würdig darzustellen, finde ich (Julia Kounlavong) es besser zu kommunizieren und Brücken zu bauen.

Die Mission von unwind your mind ist es Tools und Insights zur Verfügung zu stellen, um gesünder zu arbeiten und eben auch besser mit Stress umzugehen. Wir wollen aber auch Insights bieten und aufzeigen, dass es besser ist gemeinsam an Lösungen zu arbeiten. Niemand weiß wie die Zukunft aussehen wird, also ist es an uns diese zu definieren.

Um allen, die es interessiert einen Insight geben zu können, habe ich ein paar Fragen an Angie Kapllani gestellt, die eine Vertreterin der Gen Z ist. Angies Anliegen ist es die Arbeitswelt mitzugestalten und ebenso Inisghts zu liefern. Wer also als Unternehmen auf der Suche nach Gen Z Mitarbeitenden ist, kann sich auch gern an Angie direkt wenden.

  • Was bedeutet Quiet Quitting aus deiner Sicht?

Angie: Ich hasse diesen Begriff. Für mich bedeutet er, dass ich mich schlecht dafür fühlen muss, dass ich mich und meine Arbeitskraft nicht von Unternehmen ausnutzen lassen möchte. Lass es mich erklären: Als Quiet Quitter:innen werden die Menschen bezeichnet, die genau das auf der Arbeit leisten, was in ihrem Vertrag steht. Nicht mehr und nicht weniger.

Wenn ich mit den Augen meiner Generation (Gen Z) auf dieses Phänomen blicke, dann macht es mich schon sehr wütend, dass diese Menschen ein ein negatives Label aufgedrückt bekommen. Dagegen wird ein ungesundes Maß an Aufopferung für die Arbeit – die in der Regel in keiner Relation zum Gehalt und den Benefits steht – glorifiziert und mit positiven Schlagwörtern wie „ambitioniert und go-getter“ befürwortet. Ich und viele junge Menschen meiner Generation würden sich niemals so für den Job aufopfern, dass das Privatleben hinten anstehen muss. Aber dafür dann als Quiet Quitter:innen bezeichnet zu werden, das ist einfach nicht fair. Und absolut irrsinnig ist es auch!

  • Was glaubst du muss sich in Unternehmen verändern, damit eine win-win Situation entsteht? Welche Rolle oder Stellenwert haben die Unternehmenskultur, das Wellbeing der Mitarbeitenden und/oder andere Faktoren (bitte benennen)?

Angie: Für mich gibt es keine Win-Win Situation, solange Unternehmen an dem veralteten Gedankengut festhalten, ihre Mitarbeitenden seien austauschbare Ressourcen, die direkt als Quiet Quitter:innen betitelt werden können, sobald sie mal nicht überperformen. Der erste Schritt wäre also sich als Unternehmen erstmal die fragen zu stellen: Verlangen wir ständig Überstunden und Aufopferung und das unsere Mitarbeitenden ihr Privatleben hinter dem Job anstellen? Was geben wir unseren Mitarbeitenden dafür zurück?

Wenn Unternehmen ihren Mitarbeitenden viel abverlangen, sollte auch viel für dir Mitarbeitenden getan werden. Zum Beispiel kann die Resilienz der Mitarbeitenden gefördert werden durch Angebote für mentale Gesundheit und Stressmanagement. Das hilft den Mitarbeitenden nicht nur besser mit Zeitdruck und Stress umzugehen, sondern erhöht auch deren Performance. So entsteht für beide Seiten zumindest eine bessere Situation.

Natürlich spielt aber auch die Unternehmenskultur eine ganz große Rolle. Wenn die Unternehmenskultur ein gesundes Verhalten gegenüber Arbeit fördert, also darauf geachtet wird, dass Mitarbeitende nicht ständig überfordert werden und auch mal die Chefin ganz locker um 16 Uhr den Stift fallen lässt oder einen Mental Break-Tag nimmt, ist das schon mal viel Wert.

Mit einem solchen Verhalten werden Mitarbeitende motiviert, ihre Grenzen zu setzen und ihre Gesundheit nach oben zu stellen. Wenn in Unternehmen eine Kultur gelebt wird, in der offen über Leistungsdruck und Überforderung gesprochen wird, in der Aufopferung für den Job nicht verherrlicht wird und in der aktiv die Resilienz der Mitarbeitenden gestärkt wird, aber gleichzeitig auch die Grenzen der Mitarbeitenden respektiert werden, erst dann können beide Seiten gewinnen. Ich denke, wenn wir mehr solcher gesunder Unternehmenskulturen hätten, dann würde der Begriff Quiet Quitting gar nicht existieren.


Danke für die Insights und das Teilen deiner Meinung.

Wir freuen uns insgesamt auf Austausch und sind gespannt, ob es weitere Meinungen zum Thema gibt.

Wir wollen Unternehmen unterstützen ihre Belegschaften fit für die Zukunft zu machen und haben dafür verschiedene Angebote. (1:1 Coaching, ganzheitliche Trainings, eine Anti Stress Academy mit Yoga, Wissen und mental Health Angeboten - kurzum wir haben an jeden Bedarf gedacht)

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